Selbstmordattentäter
Nachfolgend habe ich einige Artikel zu dieser Thematik zusammengestellt. Versteht es als Denkanstoss.
Hinweis:
Autorin: Ed
da Heiligsetzer.
An Selbstmord-Attentätern herrscht 'kein Mangel'
Ramallah (dpa) - Der Abschiedsbrief von Dia el Tauil war kurz und bündig: 'Liebt euch, passt auf euch auf und betet'. Seine Schwester Nida sieht den Tod des 19-Jährigen, der sich am 27. März in Jerusalem neben einem Linienbus in die Luft gesprengt und 28 Menschen verletzt hatte, bis heute mit 'gemischten Gefühlen'. 'Zuallererst vermissen wir ihn. Aber wir sind auch stolz', sagt die 22-jährige Studentin.
Familie Tauil erfuhr aus den Abendnachrichten von dem Anschlag. 'Wir haben überhaupt nichts von der Aktion gewusst. Er hat gesagt, er wolle ein paar Tage mit seinen Kommilitonen für Prüfungen üben und dann zurückkommen.' Sie erinnert sich, wie ihr Bruder einen Monat zuvor eine Stunde lang geweint hatte, nachdem der neunjährige Sohn eines Freundes von israelischen Siedlern beim Spielen erschossen worden war. 'Das Schlüsselerlebnis', glaubt sie.
Ihr Bruder Dia passt in das gängige Täterprofil der Selbstmordbomber. Die Extremisten der Palästinenser-Organisationen Hamas und Dschihad rekrutieren vor allem nicht verheiratete junge Männer im Alter um die 20 Jahre. Alle sind religiös und stammen aus stabilen Verhältnissen.
Unberührt von der aufkeimenden Diskussion in der arabischen Welt, ob die Tötung von unschuldigen Zivilisten als Märtyrertod gilt, scheinen zwei Glaubensgrundsätze unter Palästinensern praktisch Verfassungsrang zu genießen: Im 'Befreiungskampf' gegen Israel sind alle Mittel erlaubt, und Selbstmordattentäter kommen direkt ins Paradies.
Berichten zu Folge lehrt die Extremisten-Organisation Dschihad in Sommercamps ihren Nachwuchs, dass 'sich in die Luft zu sprengen, der tödlichste Weg ist, Israel zu treffen'. Außerdem sei ein Platz im Himmel sicher, wo jeder von 70 Jungfrauen begrüßt werde. Auch Nida ist sich sicher: 'Dia hat sich für ein besseres Leben seiner Leute geopfert. Seine Seele ist direkt in den Himmel aufgestiegen. Er weiß, dass er nicht tot ist, sondern etwas Besseres vor ihm liegt.'
Angesichts dieser Grundüberzeugungen ist offen, ob der Abschreckungsplan von Israels stellvertretendem Polizeiminister Gideon Esra aufgeht. Der will die Selbstmordattentäter in Schweinehaut oder mit Schweineblut beisetzen lassen, damit sie wegen der Unreinheit nicht zu Märtyrern werden können. Der Genuss von Schweinefleisch ist im Islam streng verboten.
'Man muss auf jede Art und Weise kämpfen', sagt Nida, die sich selbst als unpolitisch bezeichnet. 'Israel hat die Wahl unserer Möglichkeiten eingeschränkt. Wir habe es sieben Jahre mit Frieden versucht, und es hat nicht funktioniert. Wir werden weiter gedemütigt. Jetzt senden wir ein Signal an die Besatzer: Ihr seid nicht sicher hier, also verschwindet von unserem Boden. Wenn wir unsere Freiheit und Rechte mit Gitarre spielen bekommen würden, dann würden wir lieber Gitarre spielen', sagt sie.
Für die ideologische Grundausrichtung sind Männer wie der Hamas- Repräsentant in Ramallah, Hassan Jussif, verantwortlich. 'Israel tötet unsere Kinder, zielt auf unsere Aktivisten, zerstört unsere Häuser, riegelt unsere Städte ab und demütigt uns an den Kontrollposten. Wir leben in einem großen Gefängnis. Was will Scharon eigentlich?' wettert er auf offener Straße. Nach Darstellung des 46- Jährigen unterstützen acht von zehn Palästinensern die 'Märtyreraktionen'. 'An Freiwilligen herrscht kein Mangel', sagt er.
Wie bei den Tauils kümmert sich die Hamas nach dem Tod der jungen Männer um deren Familien. Auch ihre Familie bekomme Geld, sagt Nida. Über die genaue Summe herrscht Schweigen. Von Monatszahlungen in Höhe von 100 bis 1000 US-Dollar (200 bis 2000 Mark) ist in Ramallah die Rede. Außerdem soll Iraks Staatschef Saddam Hussein gerade seine 'Prämie' für Selbstmordattentäter von 10 000 auf 15 000 US-Dollar (30 000 Mark) erhöht haben. Der Monatslohn von Mitarbeitern in der palästinensischen Verwaltung liegt zwischen 1000 und 1500 Schekel (500 und 750 Mark).
Neben dem Verlust des Sohnes und Bruders zahlen die Tauils einen weiteren hohen Preis. Sie leben in ständiger Angst vor israelischer Vergeltung. Das Haus am Stadtrand haben sie aus 'Furcht vor Raketenangriffen' verlassen und sind in eine Stadtwohnung gezogen. Ramallah können sie wegen der israelischen Kontrollposten nicht mehr verlassen.
(c) dpa - Meldung vom 21.08.2001 14:12 Uhr
Quelle: www.web.de
Geschrieben von Dan Sharon am 18.07.01 um 15:09:
Heute wurde in der hiesigen Presse folgende Geschichte veroeffentlicht- Ich veroeffentliche diese Geschichte trotz meiner Skepsis Zeitungsberichten gegenueber da die Wahrheit bei der angegebenen Stelle bestaetigt werden kann:
Ein palaestinensischer Selbstmoerder der sich im Sueden des Landes nahe eines "Israelische Objektes" in die Luft sprengen wollte und offenbar einer Panne unterlag- blieb schwer verletzt und bewustlos am Tatort liegen.
Er wurde von einer israelischen Ambulanz in das Krankenhaus Barsilai in Askalon gebracht. Als er aus seiner Bewustlosigkeit erwachte fand er sich in einem Krankenzimmer und einige weiss gekleidete Krankenschwestern in seiner Naehe.
Da trat zu ihm ein Beamter des Krankenhauses und fragte ihn:
Weisst Du wo Du Dich befindestest?
Antwort: Natuerlich- im Paradies- da sind ja bereits einige Jungfrauen
Weitere Frage:
Gibt es im Paradies auch Juden?
Antwort: Nein
Daraufhin wurde er von der richtigen Sachlage informiert und erlebte die Enttaeuschung seines Lebens.
Wer diese Geschichte nicht glaubt kann sich an das Krankenhaus Barsilai in Askalon wenden.
Dan Sharon
URL: www.politikforum.de/forum/printthread.php?threadid=9470
(Leider nicht Schnee von gestern.)
Quelle: Al-Fadschr Nr. 88/1998:
Alle Jahre wieder bieten die Medien Nichtmuslimen in aller Welt die Gelegenheit, den wahren Islam näher kennenzulernen: Nach ‚Nicht ohne meine Tochter', ‚Clash of Civilization' nun ein neuer ab 6. November in den USA laufender Streifen unter dem Titel ‚siege', zu deutsch Belagerung. Wie nicht anders erwartet, töten und morden Muslime unschuldige Frauen und Kinder - alles selbstverständlich im Namen Gottes. Der Unterschied zu vergangenen Variationen liegt in der bedeutenden Pointe, die Brutalitäten und Gewalttaten in direktem Bezug zu gelebtem Glauben darzustellen. Denn die Bombenleger sind allesamt praktizierende Muslime. Gezeigt werden Muslime, die vor ihrem verheerenden Anschlag in New York ihr Gebet verrichten, den Qur'an rezitieren oder zum Gebet aufrufen. Sie halten sich an die Kleidervorschrift, aber sie morden, weil sie von islamischen Gelehrten wissen, daß es ‚schön' sei, für Allah zu sterben, zudem würden ihnen im Paradies ‚siebzig Jungfrauen' zur Seite stehen. Ganz gleich - so will der Film weismachen - ob es sich um einen muslimischen Akademiker, Geistlichen, Studenten oder Handwerker handelt, keinem ist zu trauen. So nimmt es der Zuschauer erleichternd auf, wenn im Film das Militär in New York den Ausnahmezustand aufruft und ‚endlich' Muslime in großer Zahl verhaftet. Einen ‚guten' Muslim kann der Kinobesucher selbstverständlich auch kennenlernen. Es ist Frank Haddas, ein Libanese, der zunächst als Agent für die Behörden arbeitet, dann aber das Handtuch wirft; dieser lebt allerdings konsequent ‚the american life' trotz oder gerade wegen der Verbote durch seinen Glauben. Die primitive Botschaft des Films: Traue niemals einem gläubigen Muslim, zumal dieser im Film allen ‚Zivilisierten' droht: ‚You don't understand us. This is only the beginning.'
Herausgeber obigen Artikels:
Al-Fadschr Redaktion
Islamisches Zentrum Hamburg
Schöne Aussicht 36
22085 Hamburg
URL: http://www.islamic-centre-hamburg.de/al-fadschr/nr081_090/af089/af089_63.htm
Donnerstag, 13. September 2001:
"Verurteilen Sie nicht jeden Moslem!", mahnte der israelische Schriftsteller Amos Oz, der 1992 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt.
"Trotz der abscheulichen Freudenbekundungen in Gaza und Ramallah - während in New York noch immer Menschen lebendig verbrannten, darf kein vernünftiger Mensch vergessen, dass die überwältigende Mehrheit der Araber und anderer Moslems weder Komplizen des Verbrechens waren noch Freude daran empfinden", schrieb Oz in der "Süddeutschen Zeitung".
Papst: Dunkler Tag in der Geschichte der Menschheit
Rom/Freiburg i. Ü., 12.9.01 (Kipa)
Interessanter Beitrag von Stephan Schwartz über Wahhabi-Terror-Connection
Geschrieben von Abdulhamid am 23. September 2001 14:15:44:
Quelle: Abendstern-Islam-Forum. http://f24.parsimony.net/forum61827/messages/5899.htm
Die Attacken des 11. September sind mit der orthodoxen muslimischen Theologie einfach nicht vereinbar, denn der hält die Kämpfer "auf dem Wege Allahs" dazu an, ihre Feinde von Angesicht zu Angesicht zu bekämpfen, ohne Unbeteiligte - Frauen und Kinder - dabei zu schaden. Nicht nur sind die Mehrheit der Muslime - sowohl in Amerika und Großbritannien, wie auch auf der ganzen Welt - eindeutig gesetzestreue Bürger ihres Landes; Präsident Bush und andere amerikanische Führer haben dies dankenswerterweise unterstrichen. Diesseits des Ozeans will niemand jene oft beklagte Internierung der Japaner im Jahre 1941 wiederholen.
Dennoch ist das zahlenmäßige Übergewicht der Muslime als Täter derartiger abscheulicher Vergehen kein Zufall. Wir müssen uns also fragen, was diese Männer zu solchen Monstern gemacht hat? Was hat diese gewaltige Tendenz in der zweitgrößten Religion der Welt - in Amerika ist sie die am schnellsten wachsende Religion - ausgelöst? Kommt sie wirklich von einem Streit über ein Stück Land im Nahen Osten?
Dem Westen erscheint es naheliegend - mit den Kreuzzügen beginnend - in der Vergangenheit nach Antworten zu suchen. Fragt man jedoch gebildete, fromme, traditionelle und zugleich in die Zukunft blickende Muslime, was ihre Umma, d.h. weltweite Gemeinschaft der Muslime, in diese Richtung getrieben hat, so werden viele mit einem Wort antworten: der Wahabismus. Es ist dies ein Zweig des Islam, der weder zur Zeit der Kreuzzüge, noch zur Zeit der anti-türkischen Kriege des 17. Jahrhunderts, sondern vor weniger als zweihundert Jahren entstand. Er ist gewalttätig, intolerant und über die Maßen fanatisch. Er stammt aus Arabien und ist die offizielle Theologie der Golfstaaten. Der Wahabismus ist die extremste Form des Fundamentalismus, seine Anhänger werden Wahabiten genannt.
Nicht alle Muslime sind Selbstmordattentäter, alle muslimischen Selbstmordattentäter sind jedoch Wahabiten - alle außer vielleicht einige atheistisch-linke Anhänger, die sich aufgrund ihrer Machtinteressen taktisch als Muslime ausgeben, wie z.B. Yasser Arafat oder Saddam Hussein. Der Wahabismus ist die islamische Entsprechung des extremsten protestantischen Sektenwesens. Er ist puritanisch, er verlangt Bestrafung für alle, die Musik hören - ausgenommen die Trommel - für alle, die Alkohol trinken oder sich sexueller Übertretungen strafbar machen. Diejenigen, die nicht beten werden als Ungläubige verdammt, eine Sichtweise, die es im klassischen Islam so nicht gegeben hatte.
Es ist ein ausgemergelter Islam, mit einfachen, kurzen Gebeten, schmucklosen Moscheen und beseitigten Grabsteinen (für die Wahabiten verführen verzierte Moscheen und Friedhöfe zu falscher Anbetung). Weder gestatten die Wahabiten die Anbringung des Namens des Propheten in den Moscheen, noch feiern sie den Geburtstag des Propheten. Wie die Protestanten die Verehrung von Wundern und Heiligen verwerfen, so hassen die Whabiten jeden Prunk der Geistigkeit.
Ibn Abdul Wahhab (1703-1792), der Gründer dieses totalitären Islamismus, wurde in Uyaynah geboren, in jenem Teil Arabiens, der Nedschd genannt wird (Riyadh befindet sich dort) und vor dem schon der Prophet ausdrücklich gewarnt hat, wonach er eine Quelle der Korruption und der Verwirrung sein würde. (Anti-Wahabitische Muslime nennen den Wahabismus die Fitna an-Nadschdiyya oder auch "Unheil aus dem Nedschd".) Seit dem Beginn der Rechtsauslegung von Wahhab im späten 18. Jahrhundert, wurde sein Kult mit dem Massenmord all jener in Zusammenhang gebracht, die sich ihm widersetzten. Die Wahabiten fielen beispielsweise 1801 in die Stadt Qarbala ein und töteten in den Straßen und auf Märkten 2000 gewöhnliche Bürger der Stadt.
Im 19. Jahrhundert nahm der Wahabismus die Form des arabischen Nationalismus gegen die Türken an. Der Gründer des saudischen Königreiches machte den Wahabismus zum offiziellen Staatsglauben. Viel ist über die Rolle der Vereinigten Staaten bei der "Schöpfung" Osama bin Ladens gesagt worden, indem sie die afghanischen Mudschaheddin finanziert haben; genauso viel oder noch mehr Kritisches könnte jedoch über die Briten gesagt werden, die drei Generationen zuvor die wahabitischen Araber in ihrer Revolte gegen die Osmanen unterstützten. Der arabische Hass auf die Türken vereinte sich mit den Tiraden der Wahabiten gegen die "Dekadenz" des osmanischen Islam. Tatsächlich regierte der osmanische Kalif über eine multinationale Umma, in der große Unterschiede lokaler Kulturen und Traditionen toleriert wurden. Der Wahabismus kennt diese Toleranz nicht, weswegen die Anwesenheit der US-Truppen auf saudischem Boden bin Laden derart erzürnt.
Bin Laden ist ein Wahabi. Ebenso wie die Selbstmordattentäter in Israel. Ebenso wie seine ägyptischen Alliierten, die jubelten als sie vor wenigen Jahren in Luxor Touristen erstachen und ihre Arme bis zu den Ellbogen in Blut tauchten und dabei blasphemisch-ekstatische Schreie ausstießen. Ebenso wie die algerisch-islamistischen Terroristen, deren Beitrag zur Reinigung der Welt darin bestand, Menschen zu ermorden, die sich der Sünden der Benutzung eines Filmprojektors oder des Lesens einer säkularen Zeitung schuldig gemacht haben. Ebenso wie die den Taliban ähnelnden Guerillas in Kaschmir, die Hindus ermorden. Die Iraner sind keine Wahabiten, was ihre langsame aber unleugbare Hinwendung zu Mäßigung und Normalität erklärt, nachdem sie eine Periode des Utopismus und Puritanismus erlebt hatten. Die Taliban praktizieren eine Variante des Wahabismus. Wie die Wahabiten bedienen sie sich altertümlicher Strafmaßnahmen - wie der Hinrichtung für moralische Vergehen - des Weiteren haben sie eine primitive und ängstliche Sicht der Frauen. Gleiches gilt für die Herrscher Saudi Arabiens. Dieser Extremismus ist durch keinerlei Machenschaften der USA in der Welt inspiriert, genauso wenig hat er mit der Tragödie zu tun hat, die Israelis und die Palästinenser heimgesucht hat.
Die Wahabiten haben jedoch zwei Schwächen, die dem Westen beinahe unbekannt sind, sozusagen eine Achillesferse an jedem Fuß. Die Erste ist die Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit der Muslime weltweit friedfertige Menschen sind, die es vorzögen in ihren eigenen Ländern eine Demokratie westlichen Zuschnitts einzurichten. Sie verabscheuen den Wahabismus wie jede patriarchalische Kultur den Bruch mit der Tradition ablehnt. Und dies ist der Punkt, den man verstehen muss: Bin Laden und andere Wahabiten verteidigen keineswegs islamische Traditionen; vielmehr stehen sie für einen ultraradikalen Bruch zugunsten einer sektiererischen Utopie. Deshalb sind sie am ehesten noch Islamfaschisten zu nennen, obwohl sie viel mit den Bolschewiken gemein haben.
Der bengalische Schriftsteller Zeeshan Ali hat die Lage auf ergreifende Weise beschrieben: "Wie überall auf der Welt, so halten auch die Muslime aus Bangladesh in der USA an ihrem traditionellen islamischen Glauben fest; aufgrund von mangelnder Sachkenntnis schweigen sie jedoch, wenn ihre Überzeugungen von Wahabiten in den USA angegriffen werden, die plötzlich zu "besseren" Muslimen als andere werden. Diese Wahabiten gehen sogar so weit, ihre eigenen Väter der Häresie, der Sünde und des Unglaubens zu bezichtigen. Die Kinder dieser Immigranten sind nur dieser einseitigen Version des Islam ausgesetzt und glauben schließlich, dies sei der einzige Islam. So entsteht ein großer Spalt, der mit jedem Tag des Schweigens zunimmt." Die Jungen stehen so zwischen der Tradition und dem Ruf nach dem Neuen, entscheiden sich für die "islamische Revolution" und verschreiben sich so ihrer Selbstzerstörung, die mit Massenmord einhergeht.
In der 10 Millionen starken muslimischen Gemeinschaft Amerikas machen sich die selben Einflüsse bemerkbar, wie in Europa. In den Vereinigten Staaten, schätzt der im Libanon geborene Sufi Hischam al-Kabbani, der heute in der USA lebt, dass 80% der Moscheen unter der Kontrolle der Wahabiten stehen; sie predigen den Extremismus. Dies führt zum nächsten Schwachpunkt: Obwohl bin Laden geschworen hat, die königliche Familie der Saudis zu zerstören, werden die Wahabiten von Saudi Arabien finanziert. Mehr oder weniger wie Stalin dies während des Zweiten Weltkrieges getan hat, so spielen auch die Saudis seit Jahren ein Doppelspiel mit dem Westen. Sie geben vor Alliierte im gemeinsamen Kampf gegen Saddam Hussein zu sein, während sie überall, wo Muslime zu finden sind, die Ideologie des Wahabismus verbreiten, ebenso wie Stalin sich für eine "antifaschistische" Koalition mit den Vereinigten Staaten aussprach und gleichzeitig Spionage und Subversion auf amerikanischem Territorium betrieb. Das Motiv ist das Gleiche: der Glaube, dass der Westen dekadent und zum Untergang verurteilt sei.
Bei der amerikanischen Diskussionen über den Terrorismus wird eine Frage nie gestellt: Welche Rolle spielt Saudi-Arabien? Die Frage kann nicht gestellt werden, weil amerikanische Firmen zu sehr vom ununterbrochenen Zustrom saudischen Erdöls abhängig sind und amerikanische Politiker mit saudischen Politikern mittlerweile auf zu vertrautem Fuße stehen.
Eine weitere Ursache dafür, dass diese Frage nicht gestellt wird, liegt in dem Umstand, dass es viele amerikanische Geistliche entblößen würde, wenn bekannt würde, wie stark der Einfluss der Saudis und Wahabiten auf die amerikanischen Muslime ist. Dennoch ist es die bedeutsamste Frage, die sich die Amerikaner heute stellen sollten. Wenn wir bin Laden loswerden, mit wem haben wir es dann zu tun? Seyed Vali Nasr, ein Professor der Politikwissenschaft an der Universität von Kalifornien, in San Diego und Autor einer bedeutenden Studie über den islamischen Extremismus in Pakistan, antwortete darauf: "Wenn die USA dem radikalen Islam begegnen will, so muss sie sich mit Saudi-Arabien beschäftigen. Die ŒSchurkenstaaten‚ (Irak, Libyen etc.) spielen bei der Radikalisierung des Islam im Vergleich mit Saudi-Arabien eine untergeordnete Rolle. Saudi-Arabien ist der mit Abstand wichtigste Verursacher und Unterstützer von Radikalisierung, Ideologisierung und allgemeiner Fanatisierung des Islam."
Soweit wir heute wissen, scheint nicht einer der Selbstmordpiloten in New York und Washington ein Palästinenser gewesen zu sein. Sie scheinen alle Saudis, Bürger der Golfstaaten, Ägypter oder Algerier gewesen zu sein. Es wird berichtet, dass zwei der Täter die Söhne des früheren zweiten Sekretärs der saudischen Botschaft in Washington gewesen sind. Nach Amerika wurden sie lange vor dem Ausbruch der letzten palästinensischen Intifada versetzt; ihre Konspiration scheinen sie sogar während des kurzen Aufblühens des Friedensprozesses im Nahen Osten begonnen zu haben. Anti-Terror-Experten und Politiker des Westens müssen sich nun mit der Saudi Connection befassen.
Stephen Schwartz ist der Autor des Buches "Intellectuals and Assassins", das bei Anthem Press erschienen ist.
Bemerkung:
Was Schwartz anscheinend nicht weiss oder nicht nennt : es gibt Wahhabi und Wahhabi-beeinflusste. Sie unterscheiden sich unter anderem in der Methodik wie sie gegen ihre Feinde antreten. Und Arafat ist bestimmt kein Atheist. Dass er früher in den Siebziger mit Sowjets zusammenarbeitete heisst nicht er wäre ein Atheist.
Abdulhamid.
Der Terror-Befehl für die Attentäter von New York im Wortlaut
Hamburg (dpa) - Die US-Behörden haben am Freitag ein Schreiben veröffentlicht, mit dem sich die mutmaßlichen Attentäter von New York und Washington auf ihre Terror-Attacken vom 11. September vorbereitet haben sollen.
Die 'Bild'-Zeitung (Samstag) veröffentlichte den Wortlaut der deutschen Übersetzung, der nach Angaben des Blattes in dieser Form auch offiziell dem Kanzleramt vorliege. Weder das Bundespresseamt noch die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollten zu dem Schreiben Stellung nehmen. dpa dokumentiert den Text, den 'Bild' im Internet veröffentlicht hat:
'(...) Die Arbeit und die Arbeit der Gruppe (d.h. die Arbeit um des Propheten willen) sollte Priorität haben, weil dies Sunna ist (allgemeine Praxis, Sonderaktionen und vom Propheten Mohammed selbst stammende Aussprüche anzugeben). Wir sind zu dieser Arbeit verpflichtet. Tu dies nicht für Dich selbst, sondern für GOTT den Allmächtigen.
Ein Beispiel ist Ali bin Abi Taleb (der einer der Gefolgsleute des Propheten war) & seine Seele &e. Zunächst wollte Ali sein Schwert nicht gegen den Ungläubigen führen; später tat er es. Nach dem Streit fragten einige seiner Anhänger ihn: Warum hast Du nicht gleich das Schwert gegen den Ungläubigen geführt? Ali & segne seine Seele &s er mich zuerst anspuckte, scheute ich mich, sofort darauf zu reagieren, weil ich fürchtete, damit Rache für mich selbst zu nehmen; ich wollte dies aber eher für Gott tun.
Gott sagte, dass man auf Erden ohne Wünsche sein sollte, aber Gott will dich am Ende, wenn du stirbst, belohnen. Wenn die Arbeit getan und alles gut verlaufen ist, werden alle sich die Hände reichen und sagen, dass dies eine Aktion im Namen Gottes war. Andere Brüder sollten nicht in Angst versetzt oder in Verwirrung gestürzt werden, sondern man sollte mit ihnen sprechen, sie beruhigen und ihnen Mut machen. Für niemanden gibt es etwas Besseres zu tun, als die Verse des Koran zu lesen, da Gott gesagt hat, dass man in seinem Namen kämpfe, und dass man das, was man im jetzigen Leben hat, für ein anderes, besseres Leben im Himmel aufgeben solle. In einem anderen Vers sagt Gott: Betrachtet die Menschen, die im Namen Gottes gehandelt haben und dabei gestorben sind, nicht als tot... (aber sie leben im Himmel).
Die Brüder, die sich gegenseitig Anerkennung zollen, sollten damit zufrieden sein und einander trösten, und ihr Herz sollte mit Glück erfüllt sein. Das Ende steht bevor, und das Himmelsversprechen ist zum Greifen nahe. Öffne Dein Herz, heiße den Tod im Namen Gottes willkommen, und das Letzte, was zu tun ist, ist stets die Erinnerung an Gott, und die letzten Worte sollten sein, dass kein Gott den Sohn Gottes, den Propheten Mohamed akzeptiert. Danach werde ich Gott im Himmel antreffen. Betrachtet man die Menge der Ungläubigen, so wird Gott &Anzahl der Ungläubigen &zu beitragen, dass die Gläubigen die Mehrheit besiegen. Gott sagte: Wenn die Gläubigen den Kampf gegen die Ungläubigen aufnehmen, werden sich die Gläubigen daran erinnern, dass Gott ihnen beisteht und dass sie siegen werden.
Danach die zweite Phase: Wenn Dich der Taxifahrer nach (M) fahren sollte, so sag ihm etwas über die Stadt oder die City und die anderen Orte. Wenn Du ankommst und (M) siehst und aus dem Taxi steigst, dann bete zu Gott, und bete zu Gott wo immer Du auch hingehst und lächle und vertraue darauf, dass Gott den Gläubigen stets beisteht und die Engel Dich beschützen, obwohl Du davon nichts bemerkst. Bete, dass alle von Gott erschaffen sind, und bete, dass Du das tust, was Gott Dir aufgetragen hat. Bete, dass Du es tust, weil der Ungläubige den wahren Gott nicht erkennt und du nichts mit ihnen zu tun hast.
Wenn Du diese Gebete gesprochen hast, wird alles leicht für dich gehen, denn die Kraft Gottes ist mit dir und Gott versprach seinen Anhängern nach Sprechen dieser Gebete,
1. dass dies auf Grund von Gottes Segen und seiner Vergebung geschah. 2. dass den Menschen, die den Plan ausführten, nichts geschehen wird. 3. dass du den Lehren Gottes folgst. Gott sagte, dass du Gottes Segen und seine Vergebung hast und dir nichts Böses geschehen wird, solange du dem allmächtigen Gott folgst, der alle erschaffen hat, denn die Taten und Worte der Ungläubigen werden ihnen nicht helfen und dir nicht schaden, Gott ist gewillt, denn du bist ein Gläubiger. Die Gläubigen fürchten niemanden, und diejenigen, die Angst haben, sind Söhne und Töchter des Teufels, die den Teufel selbst fürchten, und sie sind Sklaven des Teufels, aber diejenigen, die Gott fürchten und ihm folgen und nach seinem Willen handeln, werden am Ende die Richtigen sein.
Gott sagte, dass der Teufel seine Anhänger überwältigen wird. Alle =westlichen Zivilisationen, die ihre Macht genießen, sind in ihrem Inneren sehr schwach, so habe keine Angst und keine Furcht, wenn du ein Gläubiger bist, denn Gläubige fürchten nur Gott den Allmächtigen, der die Macht über alles innehat. Gläubige glauben in dem Vertrauen, dass der Ungläubige am Ende besiegt wird.
Entsinne dich, dass Gott die Ungläubigen niederschlagen und besiegen wird. Entsinne dich der Aussagen des Allmächtigen und du musst es eintausendmal sagen &sagst oder nicht &ttes entsinne dich seiner Aussage, dass der Gläubige, der es vom Herzen sagt, in den Himmel kommen wird. Auch wie der Prophet &immt und Gott in die andere, wird die Hand, in der Gott ist, oben sein. Du kannst lächeln, während du die Worte Gottes rezitierst, und die Schönheit seiner Worte besteht darin, dass du sie nicht laut sagen oder rezitieren musst, du kannst sie in Gedanken sagen. Es reicht aus, dass du versuchst, den Islam zu erheben und unter seiner Fahne zu kämpfen, wie das der Prophet & &hy; und dessen Anhänger getan haben.
Gebe nicht den Anschein, verwirrt zu sein, sondern sei stark und glücklich mit geöffnetem Herz und Zuversicht, denn du tust Arbeit, die Gott gefällig ist und die er segnet. Der Tag im Himmel wird kommen, Gottes Wille, und du wirst diesen Vers im Himmel haben: Der Himmel lächelt, mein junger Sohn, denn du marschierst zum Himmel. Überall, wo du hingehst, bei allem, was du tust, entsinne dich und bete Gott, denn Gott ist immer bei seinen Anhängern, die an ihn glauben, und Gott wird es leicht machen dich segnen und deine Arbeit mit Erfolg krönen und du wirst am Ende der Sieger sein.
Die dritte Phase: Wenn du im (T) (T bedeutet im Arabischen Flugzeug) bist, sobald du das Flugzeug betrittst, solltest du zu Gott beten, denn jeder, der zu Gott betet, wird gewinnen, denn du tust dies für Gott. Wie der allmächtige Prophet sagt, ist eine Tat für Gott besser als die ganze Welt und alles auf der Welt. Sobald du das (T) betrittst und dich auf deinen Sitz setzt, entsinne dich dessen, was dir zu einem früheren Zeitpunkt gesagt wurde, und befleißige dich, dich Gottes zu entsinnen.
Gott sagt, dass du, wenn du durch einige (soll heißen: Ungläubige) umgeben bist, still sitzen und dich entsinnen sollst, dass Gott dir den Sieg am Ende ermöglichen wird. Wenn das (T) (Flugzeug) sich bewegt, sobald es sich langsam zu bewegen beginnt und sich in Richtung von (K) dreht, bete die Gebete der reisenden Muslime, denn du reist, um Gott zu treffen und die Reisen zu genießen. Du wirst bemerken, dass es (das Flugzeug) anhalten und dann erneut fliegen wird. Dies ist die Stunde, in der du Gott treffen wirst, und bete zu Gott wie Gott es in seinem Buch gesagt hat, Gott hilf mir, dies zu tun und lass uns über die ungläubigen Nationen siegen, und in einem anderen Ausspruch Gottes, Gott vergib uns unsere Sünden und hilf uns, das zu erreichen, was wir versuchen, und lass uns über die ungläubigen Völker siegen, und wie der Prophet Mohammed &ott, besiege sie und lass uns siegen und die Ungläubigen niederschlagen und sie ihre Köpfe senken lassen.
Bete für dich und deine muslimischen Brüder um den Sieg am Ende und fürchte dich nicht, denn du wirst bald Gott treffen. Jeder sollte bereit sein, seinen Teil zu übernehmen, und deine Tat wird durch Gottes Willen befürwortet. Wenn du deine Tat beginnst, schlage hart wie ein Held zu, denn (...) mag Menschen nicht, die ihre begonnene Arbeit nicht beenden. Du kommst nicht zur Erde zurück und pflanzt die Angst in die Herzen der Ungläubigen, wie Gott sagte, schlag sehr hart in das Genick in dem Wissen, dass der Himmel auf dich wartet, dich erwartet und du dort ein besseres Leben führen wirst und Engel rufen deinen Namen und tragen für dich die schönsten Kleider.
Und wie Mustafa, einer der Anhänger des Propheten, sagte, töte und denke nicht an den Besitz derjenigen, die du töten wirst. Denn dies wird dich vom eigentlichen Zweck deiner Tat ablenken, denn dies ist gefährlich für dich.
Am Abend, bevor du deine Tat verübst:
1. Du solltest rezitieren, dass du für Gott stirbst. Rasiere das gesamte überflüssige Haar von deinem Körper, parfümiere deinen Körper und wasche deinen Körper.
2. Sieh dir deinen Plan sehr gut an und kenne ihn, und erwarte eine Reaktion sowie auch Widerstand vom Feind.
3. Rezitiere die Verse über Vergebung und das, was Gott für Märtyrer bereithält, denn sie kommen in den Himmel.
4. Entsinne dich, dass du in dieser Nacht zuhören und gehorsam sein sollst, denn du wirst mit einer ernsten Situation konfrontiert werden, und der einzige Weg, den es gibt, ist das Zuhören und 100-prozentiger Gehorsam. Sage dir, dass du die Pflicht hast, dies zu tun, verstehe dies im Geiste und überzeuge dich selbst, dass du diese Tat tun musst. Gott sagte, dass du seine Befehle und die seiner Propheten befolgen sollst und keinen Widerstand leisten sollst, denn sonst wird es dir misslingen. Sei geduldig, denn Gott ist mit den Geduldigen.
5. Stehe in der Nacht auf und bete für den Sieg, dann wird Gott alles leicht machen und dich beschützen.
6. Sei immer auf der Hut und entsinne dich. Am besten ist es, den Koran zu rezitieren und zu wissen, dass du endlich diese Erde verlässt und bald in den Himmel kommst.'
(Internet:
Nahost: Arafat warnt in TV-Rede palästinensische Extremisten
Ramallah/Jerusalem (dpa) - Palästinenserpräsident Jassir Arafat will jetzt mit aller Härte gegen palästinensische Extremisten vorgehen. In einer Rede zum Ende des Fastenmonats Ramadan forderte er Sonntagabend ein Ende aller bewaffneten Aktivitäten gegen Israelis, einschließlich der Selbstmordanschläge. «Es darf keine Angriffe (gegen Israelis), insbesondere Selbstmordanschläge mehr geben», sagte Arafat im palästinensischen Fernsehen.
Wer weiterhin gegen diese Anordnung verstoße, werde verfolgt und müsse mit harten Strafen rechnen. Arafat wies darauf hin, dass die Palästinensische Autonomiebehörde den Ausnahmezustand ausgerufen habe. Wer gegen die Bestimmungen verstoße, müsse mit Verfolgung rechnen, sagte er. Der Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon, Raanan Gissin, äußerte sich skeptisch.
Arafat werde nicht an seinen Worten, sondern an seinen Taten gemessen, sagte Gissin dem US- Nachrichtensender CNN. Genau an Aktionen gegen den Terror habe es aber dem Palästinenserführer bisher gemangelt. Arafat habe jetzt die Wahl, positive Geschichte zu machen oder im selben «Mülleimer» zu landen wie Terroristenchef Osama bin Laden und Seinesgleichen. Auch der israelische Außenminister Schimon Peres sagte zur Rede, nicht Arafats Worte, sondern seine Taten zählten.
Die USA würdigten die Rede von Arafat als «konstruktiv», wollen aber Taten sehen. In einer Erklärung des Weißen Hauses heißt es: «Dies sind konstruktive Worte, aber wichtig ist, dass er jetzt konkrete Maßnahmen ergreift», heißt es darin. Arafat müsse entschieden gegen die Gewalt aus den Reihen der Palästinenser vorgehen.
Die Bundesregierung begrüßte die Rede von Arafat. In einer vom Auswärtigen Amt in Berlin verbreiteten Erklärung von Außenminister Joschka Fischer (Grüne) heißt es: «Der Aufruf zur Beendigung aller gegen Israel gerichteten gewaltsamen Aktionen und die klare Absage insbesondere an Selbstmordanschläge sind wichtige Schritte in Richtung auf eine Beruhigung der angespannten Lage im Nahen Osten.»
Die Palästinensische Autonomiebehörde hatte zuvor nach eigenen Angaben 33 Büros der radikalen Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad geschlossen, die für die jüngsten Selbstmordanschläge gegen Israel verantwortlich waren. In einer Erklärung der Regierung von Arafat hieß es am Sonntag, die Behörde werde auch nach heimlichen Waffenfabriken der Extremisten suchen und sie schließen, «um Israel keine Ausrede für die weitere Eskalation ihrer Angriffe zu liefern».
Der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser erteilte am Sonntag etwa 6000 Palästinensern wieder Arbeitsgenehmigungen für Israel. Nach dem Beginn des Palästinenseraufstands (Intifada) vor fast 15 Monaten hatte die israelische Regierung den etwa 160 000 Palästinensern, die in Israel ihren Lebensunterhalt verdienten, die Arbeitserlaubnis entzogen. Scharon nannte die von Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser verfügte Lockerung der Sanktionen einen Fehler.
© dpa - Meldung vom 17.12.2001 08:18 Uhr
Quelle: www.seite1.web.de
Islam und Gewalt
Quelle: Christlich-Islamisches Dialogforum
Der Autor ist deutscher Muslim und war im diplomatischen Dienst der BRD tätig.
(...)
Was den Islam anbetrifft, hatte er streng genommen seit jeher Gewalt nur in zwei Fällen erlaubt:
a) zur maßvollen Abwehr eines Angriffs von außen (Qur'an 2:194) und
b) zum Widerstand im Inneren gegen rechtswidrige Unterdrückung durch ein Unrechtsregime.
Der Islam erlaubt also keine Aggression, sondern ausschließlich Verteidigung (4:90).
Allerdings ist die Welt jetzt ein solches Dorf, dass nicht immer zwischen einem Angriff von außen und Unterdrückung im Inneren, also einem Weltbürgerkrieg à la Bin Laden, klar zu unterscheiden ist.
Muslime sind durch den Qur'an aber in allen Fällen dazu verpflichtet, in Fragen des Glaubens auf Zwang zu verzichten (2:256) und die Mitglieder anderer Religionen nicht nur zu tolerieren, sondern zu beschützen.
Am wichtigsten in diesem Zusammenhang ist das absolute qur'anische Verbot von Selbstmord (4:29) und der Tötung Unschuldiger. Auf Mord steht Todesstrafe (2:178) und im Jenseits die Hölle (4:93). Der Mörder eines einzelnen wird betrachtet, als habe er die ganze Menschheit umgebracht (5:32).
Das bedeutet nicht notwendig, dass die Attentäter vom 11. September keine Muslime waren - das Urteil darüber steht Gott alleine zu. Aber wir wissen, dass ihr Vorgehen von ihrer Religion weder gefordert noch gerechtfertigt war, sondern sündhaft und unislamisch. Es war daher zutreffend festzustellen: "Terror hat keine Religion."
Keine Religion ist allerdings davor gefeit, dass sich einige ihrer Anhänger, die sich sogar als besonders gute Gläubige wähnen mögen, ihre Religion fanatisieren und so pervertieren. Auch der Islam kann davon ein trauriges Lied singen. Schon 'Umar ibn al-Khattab, der 2. Kalif, wurde von einem Extremisten in der Moschee ermordet. Ermordet wurde auch der 4. Kalif, 'Ali ibn Abi Talib, und zwar durch einen Fanatiker der puritanischen Sekte der Kharidschiten. Beides waren Sektierer, die jeden Muslim mit abweichender Ansicht zum Ungläubigen (kafir) deklassierten, obwohl gerade dies vom Qur'an ausdrücklich verboten ist (4:94).
In den Wirren der Kreuzzugs- und Mongolenzeit traten im Nahen Osten die sog. Assassinen auf. Das Wort, auf das die englischen und französischen Verben für "ermorden" (to assassinate/ assassiner) zurückgehen, leitet sich vom arabischen Haschhasch (Haschisch) ab, - denn diese frühmittelalterlichen Glaubensfanatiker wurden unter Haschisch-Einfluss als Selbstmordattentäter auf führende Persönlichkeiten ihrer Zeit - wie Salah ad-Din und den iranischen Wasir Nizam al-Mulk losgelassen.
Muss man 'Usama bin Ladin in diese muslimisch gefärbte Genealogie des Terrors einordnen? Kurz nach dem 11. September wurde ich - selbst aus Singapur - um telefonische Stellungnahmen gebeten. Ich lehnte jeweils mit der Begründung ab, ich sähe zwischen dem Anschlag und der Religion des Islam keinen Zusammenhang - und wollte auch keinen herstellen. Das war vielleicht geschickte Vorneverteidigung. Aber so einfach können wir Muslime unseren Kopf nicht aus der Schlinge ziehen - denn wenn der Islam für den Anschlag auch nicht ursächlich war, so wuchs er doch in muslimischem Umfeld.
Interessanterweise schrieb Fatih Güllapoglu in einer Istanbuler Zeitung, dass er wie viele andere, die Bin Laden am Fernsehen beobachteten, von seiner Charismatik, milden Art, ruhigen Gestik, leisen Sprechweise und seinen beseelten Augen positiv beeindruckt worden sei. Kein Eiferer wie Hitler, Mussolini, Trotzki oder Castro! Es mag erschrecken, aber Bin Ladens grenzenloses Gottvertrauen, seine jenseitsorientierte, unbegrenzte Opferbereitschaft, sein Sendungsbewusstsein und seine islamische Diktion erinnern stark genau an die Tugenden, welche die Gefährten des Propheten auszeichneten, die ebenfalls einen Gegenpol zur Konsumgesellschaft ihrer Zeit darstellten.
Und doch - das ist das Erschreckende daran - ruft Bin Laden zugleich zum Töten auf und lässt Selbstmordkandidaten schulen. Er und seine Mitarbeiter gehören gewiss nicht zu dem von Allah gewünschten "Volk der Mitte" (2:142), sondern sind in Extremismus abgeglitten. Damit verstoßen sie gegen ein weiteres kardinales Verbot des Qur'an:
"La taghlu fi diniktum!", d.h. "übertreibt nicht (seid nicht maßlos/ geht nicht zu weit) in euerer Religion" (4:171).
(...)
Am 2. September nahm ich an der Schlussveranstaltung der 38. ISNA-Konferenz in Chicage teil, die von 33.000 amerikanischen Muslimen besucht wurde. Vor mir sprach Paul Findley, 22 Jahre lang republikanischer Abgeordneter aus Illinois im Repräsentantenhaus. Er verlas einen Offenen Brief, den er kürzlich Präsident Bush geschrieben hatte. Darin machte er ihn darauf aufmerksam, dass sich die Vereinigten Staaten aus Sicht der arabischen Nation mit ihr in einem unerklärten Krieg befänden - "at war" - und forderte ihn dringend auf, die bedingungslose Unterstützung Israels durch eine der Gerechtigkeit dienende, ausgewogene Nahost-Politik abzulösen. Dem fügte er hinzu: "Es kann doch nicht sein, dass ein Land wie die Vereinigten Staaten, das seine Freiheit gegen eine Kolonialmacht erkämpft hat, jetzt im Nahen Osten eine moderne Kolonialmacht darin unterstützt, einem Volk seine Freiheit vorzuenthalten." Als ich am 11. September die Bilder von der Zerstörung im südlichen Manhattan sah, lief es mir in Erinnerung an die Worte Paul Findleys kalt den Rücken herunter. Hatte er die Katastrophe nicht geradezu vorhergesagt? Er hatte den Finger auf eine Hauptquelle des internationalen Terrors gegen amerikanische Einrichtungen gelegt.
(...)
Als jemand, der den Atlantik schon 25mal in westlicher Richtung überquert und mehrere Jahre in den USA studiert hat, bin ich allerdings davon überzeugt, dass man die USA so nicht auf die Knie zwingen kann. Im Gegenteil: Japan hatte den Krieg schon an dem Tag verloren, an dem es Pearl Harbor hinterhältig angriff; weil es eine moralische Empörung ausgelöst hatte. Heute ist es ähnlich. Der Angriff auf das WTC hat die Nibelungentreue der amerikanischen Administration zu Israel eher zementiert. In diesem Sinne war der Angriff nicht nur ein ungeheueres Verbrechen, sondern auch eine große Dummheit. Die Terroristen haben den arabischen Interessen und der Sache der Palästinenser unendlich geschadet.
Nicht geschadet haben sie Gott-sei-Dank wohl dem Islam - zumindest auf mittlere Frist; denn dieser ist jetzt in aller Munde, und Qur'an-Übersetzungen sind Bestseller. Am 3. Oktober, als Nationalfeiertag auch "Tag der Offenen Moschee", kamen dieses Jahr doppelt so viele Leute wie letztes Jahr, um sich über den Islam unterrichten zu lassen. Bundeskanzler Schröder empfing erstmals den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Dr. Nadeem Elyas, und das gleichzeitig mit Kardinal Lehmann und Präses Kock. (Das nennt man protokollarische Aufwertung.)
(...)
Wir haben bereits festgestellt, dass gegen die Zivilbevölkerung gerichtete Terrorakte, wozu Selbstmordanschläge mit unkontrollierbaren Auswirkungen und Massenvernichtungswaffen zählen, vom Islam missbilligt werden, weil sie gegen Gottes ausdrückliches Gebot verstoßen. Es war daher ohne weiteres erkennbar, dass Usama bin Ladin nicht im Namen Gottes sprechen konnte, als er alle Muslime öffentlich dazu aufrief, "Amerikaner zu töten, wo und wann es möglich ist." Wörtlich: "To kill Americans where they can and when they can." So war es nach den Anschlägen auf die US-Botschaften in Kenya und Tanzania in einer Fernseh-Dokumentation von PBS unter dem Titel "The Terrorist and the Superpower" zu sehen und zu hören. Leider hat sich damals kein prominenter Muslim von dieser Aufforderung zum unqualifizierten Morden öffentlich distanziert. Dies wäre nicht nur von Vorteil für die muslimische Ummah gewesen, sondern hätte den Image-Schaden der Muslime mindern können. Es ist zwar sympathisch, dass Muslime ihrer Ethik entsprechend andere Muslime ungern öffentlich kritisieren. Das hätte sie allerdings nicht daran hindern müssen, sich - wenn nicht von Bin Ladin als Person, so doch von seinen Aufrufen ud Methoden zum Töten - als essentiell unislamisch öffentlich zu distanzieren.
"No use crying over spilled milk", sagen die Amerikaner. Die Welt soll wenigstens jetzt wissen, dass es seit Abschaffung des Kalifats durch Mustafa Kemal im Jahre 1924 keinen einzigen Muslim gibt, der befugt wäre, im Namen des Islam zu sprechen oder Krieg zu erklären oder gar Unschuldige im Namen Allahs ermorden zu lassen.
(...)
Niemand kann das, was am 11. September geschehen ist, ungeschehen machen. Aber wir alle können die Opfer dieses schrecklichen Tages in unser Gebet einbeziehen. Möge Allah, der Barmherzige, ihnen gnädig sein.
(Zitat Ende)
Grüße und salam,
Hans
06.04.03
Scheich Tantawi rechtfertigt
Selbstmordanschläge auf US-Militärs
Die höchste geistliche Instanz des sunnitischen Islam,
Scheich Mohammed Sayyed Tantawi, rechtfertigt Selbstmordanschläge gegen die
von den USA angeführte Militärkoalition im Irak.
Derartige Attentate seien durch
islamisches Recht autorisiert, betonte Tantawi von der Kairoer
Al-Azhar-Hochschule nach der Meldung einer ägyptischen Nachrichtenagentur. Er
bezeichnete den Irak-Krieg als „ungerechte Aggression“ und die daran
teilnehmenden Soldaten nannte er Terroristen. Gleichzeitig unterstrich Tantawi,
dass es sich bei dem Krieg nicht um eine islamisch-christliche
Auseinandersetzung handle. Das hätten auch Papst Johannes
Paul II. und
nichtislamische Staatsführer immer wieder deutlich gemacht.
Quelle: http://www.radiovaticana.org/tedesco/newsted.htm
| "Wir können gar nicht
alle jungen Männer annehmen, die an unsere Türen klopfen" Herbert Hasenbein 07.03.2003 Nach einer wissenschaftlichen Studie ist die Bereitschaft zum Gehorsam ein wichtiger Grund für Selbstmordattentäter Selbstmordattentäter sind ein Phänomen auf institutioneller Ebene. Organisationen und deren charismatische Führer haben größeren Einfluss als Bildungsweg, sozio-ökonomischer Status oder das Wesen der Persönlichkeit. Der einzig wirksame Schutz besteht darin zu verhindern, dass junge Menschen zu Terroristen werden. Mit diesen Sätzen umreißt Scott Atran vom Institute for Social Research an der University of Michigan und dem CNRS-Institut Jean Nicod in Paris seine "Genesis of Suicide Terrorism" in Science [1]. Die Art des Widerstandes ist nicht neu: Die jüdische Sekte der Zealoten (Sicari) benutzten eben diese Waffe gegen die Römer in Judäa, und später die Ismailiten (die Hashashin oder Assassinen) gegen die Christen zur Zeit der Kreuzzüge. Der große Bang unserer Zeit fand 1981 in Beirut statt. 27 Tote und über 100 Verletzte in der irakischen Botschaft durch einen Anschlag, dessen Urheber im Iran vermutet und dessen Initiative dem damaligen Staatsführer, Ruhullah Khomeini, zugeschrieben wird. Danach folgen mehrfach Anschläge, zu denen sich die pro-iranische Gottespartei, die Hisbollah, bekennt. 1993 greift die Kampftechnik auf den israelisch-palästinensischen Konflikt über, wobei die Mitglieder der Hamas von den Hisbollahs trainiert worden sein sollen. Fathi Shiqaqi, der Führer des PIJ (Palästinensischer Islamischer Dschihad) stand dem nicht nach; er begann um 1988 über die Rekrutierung menschlicher Bomben zu philosophieren. Die Radikalisierung jenseits des Mittleren Ostens findet ihren Beginn im Kampf der Afghanen gegen die Sowjets (1979-89). Waffen, logistische und finanzielle Unterstützung der US Regierungen halfen damals, das Netzwerk der Al-Qaida zu stabilisieren.
Ganz normale Menschen und billige Waffen Sselbstmordattentäter sind wirksame und zugleich billige Waffen. "Etwa 150 US-Dollar pro Person. Das Teuerste ist der Transport in die Stadt", hat N.Hassan vor einem Jahr im The New Yorker [2] vorgerechnet. Falls der Anschlag aufgedeckt wird, ist das Risiko für die Hintermänner gering: die Schulung erfolgt individuell und in kleinen Gruppen. Wäre nicht das Bekenntnis zum Anschlag mit dem vorab gedrehten Video und der Handschrift der Organisation, dann blieben die wahren Urheber unerkannt. Deshalb sind die Aktivitäten von Al-Qaida im Unterschied zur Bewegung der Palästinenser so schwer zu fassen. Scott Atran trägt Daten von Interviews zusammen, die zum Teil nach der ersten Intifada, später in Bosnien und jetzt in Palästina mit Trainern, verhinderten Selbstmordattentätern oder Familienangehörigen nach einem Anschlag geführt wurden. In der Summe kommt er zum Schluss: "Es sind ganz normale Menschen, weder ungebildet noch dumm oder besonders arm oder depressiv. Was sie verbindet, ist ihr tiefreligiöses Verhalten und die Gewissheit, dass ihre Aktionen ein Bestandteil des göttlichen Werkes ist." Die Vorbereitungszeit, so schätzen Fachleute, dauert im Mittel 18 Monate. Keine Werber müssen mit Trommeln durchs Land ziehen. "Wir können gar nicht alle jungen Männer annehmen, die an unsere Türen klopfen", so ein Mitglied der Hamas. Dass seit etwa zwei Jahren Frauen genommen werden, bedeutet keinen Mangel, sondern hat taktische Gründe ( Erster Selbstmordanschlag einer Frau in Israel [3]). Das treibende Motiv ist nach Scott Atran der Gehorsam. Tugend und Untugend zugleich, entzieht sich die Bereitschaft zu gehorchen der simplen Bewertung. Stanley Milgram hat in seinem Buch "Obedience to Authority" bereits 1974 dargestellt, wie US-Bürger unter bestimmten Bedingungen bereit waren, die Intensität von Elektroschocks über die erträgliche Schmerzgrenze hinaus zu steigern, nicht um zu töten, sondern um der von ihnen akzeptierten Autorität fügsam zu sein. Wie sehr teuflische Ordnungskräfte Bestand haben, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung aus Russland: Jeder Dritte sehnt sich nach Stalin und seiner geordneten Zeit zurück.
Probleme mit der Definition des Terrorismus Der Gehorsam ist eingebettet in das politische Verständnis. Was ist Terrorismus? "Politisch motivierte Gewalt gegen zivile Ziele, um Gehör zu finden", so die frei übersetzte Meinung des US-Außenministeriums. Der US-Kongress ist etwas präziser, insofern seine Formulierung auf kriminelle Aktivitäten oder den Versuch abhebt, den Staat zu erpressen. In den Tagen nach 9/11 hat sich die Nachrichtenagentur Reuters des Begriffs verwehrt, weil "die Terroristen von heute die Staatsmänner von morgen sind". Scott Atran verweist pikanterweise auf die französische Resistance, die, folgt man den US-Definitionen, im Kampf gegen die deutsche Besatzung ebenfalls Terroristen waren. Was den allgegenwärtigen und selten lösbaren Konflikt im Verständnis eines Attentäters deutlich macht. "Tatsächlich," so betont Scott Atran, "besteht kein Unterschied zwischen 'terror' in der Definition des US-Kongresses und 'counterinsurgency', den im Verborgenen ablaufenden Aktivitäten, die in den Handbüchern der US-Streitkräfte legalisiert werden." Diese Verbindung bringt zusätzlich den staatlich sanktionierten Terror ins Blickfeld: nach der Französischen Revolution unter Robespierre, in Russland unter Lenin und Stalin, in Kambodscha unter Pol Pot und im Iran durch Khomeini und dessen Nachfolger.
"Wie du mir, so ich dir" ist keine Lösung Kein Gordischer Knoten, der mit einem Schwerthieb gelöst werden kann. Scott Atran verweist auf den Einsatz der Atombombe gegen Japan. Auslöser sei die Schlacht von Okinawa gewesen, nachdem 2000 Kamikazeflieger über 300 Schiffe angriffen und 5000 US-Soldaten getötet hatten. Erst die Atombombe hat den 2. Weltkrieg beendet und damit weiteres Leben gerettet, sei auch heute noch die Rechtfertigung für deren Einsatz. Können die Falken in Israel mit ihren Panzern in den Orten Palästinas auf denselben Effekt hoffen? Wohl kaum. Reuters berichtete vor einem Jahr über eine Erhebung bei 1179 Palästinensern aus der Westbank und dem Gazastreifen: 2 von 3 Befragten erklärten, dass die Übergriffe der israelischen Armee ihre Bereitschaft, Selbstmordattentäter zu unterstützen, nur noch verstärken. Wenige Monate später war die Zustimmung auf 80 Prozent angestiegen. Ob die Demütigungen Arafats dazu beitrugen oder andere Ursachen: seit Februar 2002 sind mehr Anschläge verübt worden als in den Jahren 1993-2000 zusammengenommen. Die israelische Politik der Stärke eint die Gegner. So brachte ein Saudi nach dem Attentat einer 18jährigen Palästinenserin in Jerusalem mehr als 100 Millionen US-Dollar an Spenden für den Widerstand zusammen. Verschärfung ebenso auf internationaler Ebene. Im Dezember stellte die UN fest, dass sich Al-Qaida in 40 Ländern reaktiviert hat und inzwischen zunehmenden Einfluss auf die politische Klasse nimmt. Die Lösung, so Scott Atran, ist nicht "tit-for-tat"; sie sollte vielmehr die Mäßigung extremer Ansichten zum Ziel haben. Das bedeutet Gesprächswillige mit den Ungerechtigkeiten und Inkonsistenzen in ihrer Bevölkerungsgruppe vertraut machen, für Verständnis und den Abbau von Vorurteilen werben, Werte vermitteln wie den Respekt vor dem Leben und den Widerstand gegen Töten und Selbsttöten. Nur durch die innere Veränderung kann die Radikalisierung verringert werden. Die große Unbekannte aus wissenschaftlicher Sicht sind Widersprüchlichkeiten: die ökonomischen, politischen und kulturellen Vorstellungen unserer westlichen Gesellschaft im Gegensatz zu den Anhängern der Terroristen, die nicht in Tausenden, sondern weltweit in Millionen zu zählen sind. "Was bringt gesellschaftliche Gruppen dazu, sich unserer Sichtweise zu verschließen (Taliban) oder ein Gegengewicht (Al-Qaida) aufzubauen?" Zur Klärung bedarf es weiterer Untersuchungen, die sich schwierig gestalten, wenn Terror einseitig gesehen, und der Kampf dagegen als politisches Konzept durchgesetzt werden soll. Scott Atran, der 4 Sprachen spricht und weitere 4 Sprachen versteht, hat eine "Genesis" im Old-Europe Stil zusammengetragen. Aus historischer Sicht mag ein weiterer Vergleich hinzukommen: Die Kolonialmächte England und Frankreich sind an der politischen, ökonomischen und kulturellen Vielfalt ihrer Untertanen gescheitert. Viele US-Regierungen sind an deren Stelle getreten und verstehen sich als Global Player, die mit missionarischem Eifer das amerikanische Lebensgefühl vermitteln, aufdrängen oder erkaufen. Dass die Zeit in verschiedenen Erdteilen und Ländern unterschiedlich schnell läuft, und die Epochen gegeneinander zu Verwerfungen führen müssen, wird kaum wahrgenommen. "Auge um Auge, Zahn um Zahn", also Rache als Mittel der Politik, wurde bereits vom preußischen König Friedrich dem Großen als kontraproduktiv und unpolitisch verworfen. Sind nicht die deutsch-französischen Beziehungen ein beredetes Beispiel für den langwierigen Weg von der aus Rachegelüsten geschürten Feindschaft zur Freundschaft? Links
Publiziert am: 17.
Januar 2004 21:58 Quelle: www.20min.ch
Die zynische Praxis der Terroristen blossgelegtNur ein technischer Defekt verhinderte, dass der elfjährige Abdallah Quran zusammen mit einer Bombe, die er im Rucksack durch eine Militärsperre hätte transportieren sollen, in die Luft flog. Ein krasses Beispiel für den zynischen Missbrauch, den palästinensische Terroristen mit ihren Kindern und Jugendlichen betreiben.Von Jacques Ungar Als ich von der Geschichte des elfjährigen Palästinenserjungen Abdallah Quran hörte, wurde mir einiges klar. Kurz nachdem die IDF-Soldaten am Montag an der Strassensperre Huwara südlich von Nablus in der Westbank bei Abdallah einen zehn Kilo schweren, mit Metallstücken durchsetzten Sprengsatz im Rucksack entdeckt hatten, wurde unserem Mercedes Puch – ein mit Schweizer Kreuz und diplomatischen Nummernschildern versehener Geländewagen – an einer Kreuzung nahe dem Palästinenserdorf Yanun und der Siedlung Itamar von drei Armeejeeps der Weg abgeschnitten. Mit der Waffe im Anschlag wollten die Soldaten uns zuerst zwingen, auszusteigen. Als unser Gastgeber, Jean-Jacques Joris, Leiter des schweizerischen Vertretungsbüros bei der Palästinensischen Behörde, sich über Aussenlautsprecher weigerte, folgte eine mehrminütige, an die Nerven gehende Warteperiode. Dann näherte sich einer der Uniformierten – die Waffe immer noch im Anschlag und von links und rechts gedeckt durch zwei weitere auf unser Fahrzeug zielende IDF-Leute – und kontrollierte unsere Ausweise. Schliesslich fuhren wir weiter. Bis nach Jerusalem mussten wir noch drei Sperren passieren. «Die Stimmung heute ist ausgesprochen nervös», meinte Joris. Seine Vermutung, die Siedler von Itamar hätten die Sicherheitskräfte auf die für sie unerwünschten Besucher in Yanun aufmerksam gemacht – internationale Beobachter in den Gebieten, auch Diplomaten, sind den Israeli seit jeher ein Dorn im Auge –, kann nicht von der Hand gewiesen werden. Der unmittelbare Grund für das Misstrauen und die unfreundliche Aggressivität der Soldaten dürfte aber eher der Zwischenfall von Huwara gewesen sein. Die Benutzung von Kindern und Jugendlichen seitens der palästinensischen Terrorverbände für ihre Zwecke wird von Jerusalem immer wieder heftig kritisiert, ohne dass diese Kritik bisher aber auf internationaler Ebene den nötigen Rückhalt gefunden hätte. Man stelle sich vor: Abdallah Quran war angewiesen worden, gegen ein Entgelt von fünf Shekel den Rucksack einer auf der anderen Seite der Sperre wartenden Frau zu bringen. Effektiv aber wollten die Terroristen der Tanzim-Fatah, wie das Mobiltelefon im Sack bewies, den Sprengsatz zusammen mit dem Jungen am Kontrollpunkt in die Luft jagen. Nur ein technischer Defekt verhinderte den Wandel Abdallahs vom harmlosen Schuljungen zum «Shaheed» (Märtyrer) für die palästinensische Sache.
Kinder und Jugendliche als Attentäter Quran, der den Soldaten glaubhaft machen konnte, den Inhalt des Rucksacks nicht gekannt zu haben, wurde nach kurzem Verhör entlassen. In der Schule und auf den Strassen des Flüchtlingslagers Balata bei Nablus feierten ihn Altersgenossen als Helden. Ob das geschah, weil er die gefährliche Situation unbeschadet überstanden hat, oder weil er mit seinem Kurierdienst fast zum Shaheed geworden ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Effizienz des unter den Palästinensern ausgeübten Gesinnungsterrors zeigte sich, als Quran unmittelbar nach seiner Freilassung durch die israelische Armee den Israeli vorwarf, zu lügen und die ganze Sache konstruiert zu haben. «Eine Bombe habe ich nie gesehen. Wäre in dem Sack wirklich eine Bombe gewesen, warum haben sie mich dann freigelassen?» Abdallahs älterer Bruder Mohamed doppelte nach. Das Ganze sei ein israelischer Versuch, die Palästinenser zu diffamieren und die Sympathie der internationalen öffentlichen Meinung zu gewinnen. Tatsache ist, dass die Terrororganisationen systematisch Kinder und Jugendliche einsetzen, während die Palästinensische Behörde in ihrer Öffentlichkeitsarbeit die Rolle lebender und toter Kinder-Märtyrer über den grünen Klee lobt und als nachahmenswerte Beispiele hinstellt. Die Geschichten toter Kinder werden von den palästinensischen Medien immer wieder als Heldenepen verbreitet. Gleichzeitig benutzt man diese Fälle, um Israel als «Eroberer ohne jegliche Zurückhaltung» an den Pranger zu stellen. Laut israelischen Quellen sind seit Ausbruch der Intifada im September 2000 total 29 Selbstmordanschläge von noch nicht 18-jährigen Palästinensern verübt worden, und seit Mai 2001 haben solche 22 Feuerüberfälle und Attacken mit Sprengstoff ausgeführt. Besonders drastisch ist dabei der Fall von drei Jugendlichen aus Tuba bei Nablus im Alter von 13, 14 und 16 Jahren, die im Besitz selbstgebastelter Pistolen waren, als sie Ende Februar an einer Sperre bei Jenin von der Armee gefasst wurden. Sie hatten im Dienste des Islamischen Jihad und der Fatah gestanden. In einem Brief schrieb einer der drei Buben, falls sie getötet würden, sollte man nicht um sie trauern, da sie dann ja zu «Shaheeds» geworden seien. Um die Statistik abzurunden, sei erwähnt, dass seit anfangs 2001 über 40 palästinensische Jugendliche unter 18 in vereitelte Selbstmordanschläge verwickelt gewesen sind. Es brodelt in der Regierung Die eingangs geschilderte Nervosität ist dieser Tage charakteristisch für
die in den Gebieten allgemein, vor allem aber im Gazastreifen vorherrschende
Stimmung. Das hat damit zu tun, dass die israelische Regierung nach dem von
zwei Jugendlichen aus dem Flüchtlingslager von Jebalya im Gazastreifen
verübten Doppel-Selbstmordanschlag vom Sonntag, der im Hafen von Ashdod zehn
Tote und über ein Dutzend Verletzte gefordert hatte, den Terroristenverbänden
den totalen Krieg Abgesehen davon, dass die Frage, wie zwei Terroristen ungehindert in den angeblich stark gesicherten Hafen von Ashdod eindringen konnten, noch nicht beantwortet ist, hat dieser Anschlag das Fass in den Regierungsetagen in Jerusalem offenbar zum Überlaufen gebracht. Sharon, der mitten in den politisch-diplomatischen Vorbereitungen für seinen wahrscheinlich noch vor Pessach stattfindenden Besuch bei Präsident Bush steckt, will bis zu dieser Visite die innenpolitischen Wellen möglichst glätten, die seine Pläne vor allem im rechtsnationalen Lager ausgelöst haben. Aus Rücksicht auf dieses Lager verzichtete Sharon diese Woche bei seinem Auftritt vor der Knesset darauf, kontroverse Themen wie etwa die Räumung von Siedlungen auch nur andeutungsweise zu erwähnen, was ihm Proteste aus Kreisen links der Mitte eintrug. Die von ihm selber zum Vertrauensvotum deklarierte Abstimmung gewann Sharon mit nur einer Stimme Vorsprung. Von einer Situation, in der 61 Abgeordnete sich gegen den Premier aussprechen – nur dann kann er gestürzt werden – scheint man aber noch weit entfernt zu sein. Dessen ungeachtet mehrten sich dieser Tage Gerüchte, wonach Sharon nach seiner Rückkehr aus Washington den Rückzugsplan für Gaza nicht seinem Kabinett zu Abstimmung vorlegen werde (bei der heutigen Konstellation wäre ihm eine Niederlage so gut wie sicher). Vielmehr wolle er zum Präsidenten gehen, sein Kabinett auflösen und ein neues bilden – ohne National-Religiöse und die Nationale Union, dafür aber mit Shinui und der Arbeitspartei. Dann hätte er die nötige Mehrheit für seine Pläne so gut wie sicher beieinander. Bis dahin aber will Sharon offenbar noch «aufräumen» im Gazastreifen. Nach eingehenden Beratungen mit den zuständigen Sicherheitsstellen wurden alle Spitzen der Terrorverbände zu potenziellen Zielobjekten von IDF-Aktionen erklärt, und an den Übergängen zum Gazastreifen konnte man einen beachtlichen Zusammenzug von Panzerfahrzeugen und anderer Militärausrüstung verfolgen. Am Dienstag und am Mittwoch kam es zu ersten israelischen Angriffen, die mindestens zwei Tote des Islamischen Jihad forderten. In der Gegend von Rafah suchte die Armee nach Waffenschmuggeltunnels, während die Palästinenser anfingen, die Einfahrten zu den Flüchtlingslagern mit Erdwällen zu verbarrikadieren. Dass am Mittwoch sodann Angehörige palästinensischer Sicherheitskräfte und Mitglieder von Hamas sich in Gaza ein langes, blutiges Feuergefecht lieferten – die Polizisten wollten ein mit Kassemraketen beladenes Fahrzeug der Hamas anhalten –, unterstreicht die problematische Vielschichtigkeit der Situation, die schon in wenigen Tagen eskalieren und ausser Kontrolle geraten könnte. Quelle: www.tachles.ch, 19.3.2004 |
| Donnerstag, 25. März 2004 | 3. Nissan 5764 |
|
Erneut Jugendlicher mit Sprengsatz an Straßensperre erwischt Palästinensische Fatah-Tanzim-Terroristen schickten einen 14-jährigen Jungen bei Nablus mit einem Sprengstoffgürtel zum Kontrollpunkt Hawara, wo er sich unter den Soldaten in die Luft sprengen sollte. Den Soldaten kam sein füllig aussehender Oberkörper verdächtig vor, sowie sein unsicherer Gang, als er sich an den Wartenden vorbeidrängen wollte. Sie befahlen ihm deshalb aus einer Entfernung von 50 Metern stehen zu bleiben, und sein Hemd auszuziehen.
Ein Sprengstoffgürtel
mit etwa 8 kg Sprengstoff kam zum Vorschein. Durch einen Roboter der
Polizei wurde ihm ein Schere gereicht, damit er die Zündkabel
durchschneiden und den Gürtel ablegen konnte. Der Junge wurde daraufhin in
Sicherheit und der Gürtel zur Explosion gebracht. Sein Leben, das der
israelischen Soldaten und das von etwa 200 palästinensischen Arbeitern,
die gerade den Checkpoint passieren wollten, wurden so gerettet. Die
palästinensischen Arbeiter dankten den israelischen Soldaten mit Applaus
für ihre Rettung. Die Terroranführer hatten dem Jungen für den
Selbstmordterroranschlag 100 Schekel versprochen, die sie natürlich nach
dessen Tod nie gezahlt hätten, sowie 72 schöne Jungfrauen im Paradies
versprochen. Hussam Abdu sagte den Soldaten, dass seine Schulkameraden ihn
wegen seiner für sein Alter geringen Größe gehänselt hätten, und er ihnen
mit dem Anschlag beweisen wollte, dass er ein „ganzer“ Mann sei. Quelle: www.nai-israel.com |
|
24. März 2004 Selbstmordattentäter (14) gestoppt
NABLUS (Israel) – Israelische Soldaten haben einen 14-jährigen
Palästinenser festgenommen. Unter seiner Windjacke trug er einen
Bombengürtel. Man hatte ihn als Selbstmordattentäter über die Grenze
geschickt. Die Soldaten halten ihn auf Distanz und nehmen ihn ins Visier ihrer Gewehre. «Zieh dich aus!» rufen sie aus ihrer Entfernung. Allein auf der staubigen Strasse macht der Junge seine Windjacke auf: Ein grauer Sprengstoffgürtel mit weissem Handgriff kommt zum Vorschein.
Der Junge hält die Hände über den Kopf. Ein Roboter fährt auf ihn zu, um die Bombe zu entschärfen. Eine unheimliche Szene. Doch es kommt noch trauriger: Es stellt sich heraus, dass der 14-Jährige behindert ist: Down-Syndrom. Er sei in Nablus sehr bekannt, sagte ein Augenzeuge, er sei oft bei Demonstrationen dabei. Seine Familie sagt, er sei geistig sehr langsam. «Er weiss überhaupt nichts», sagt sein Bruder. Die Fatah Tanzim, eine militante palästinensische Brigade, bekannte sich dazu, den Jungen mit dem Sprengstoff losgeschickt zu haben. Dreissig Franken hätten sie ihm dafür gegeben.
Nicht zum ersten Mal schickt die palästinensische Seite Kinder ins Verderben. Letzte Woche stoppten Israelis einen 11-jährigen Buben, der eine mit Nägeln gespickte Bombe auf sich trug. Ihm war für seine Aktion eine grosse Geldsumme versprochen worden. Quelle: Blick Online
14-jähriger Attentäter
Israelische Soldaten mit dem geistig behinderten Jungen, der mit einem Sprengstoffgürtel gefasst wurde. Quelle: web.de © dpa - Bild vom 24.03.2004
28.04.04
|