_______________________________________________________________________Texte und Biographie von Rose Ausländer
Hoffnung II
Wer hofft,
ist jung.
Wer könnte atmen
ohne Hoffnung,
daß auch in Zukunft
Rosen sich öffnen,
ein Liebeswort
die Angst überlebt.
(Rose Ausländer)
der engel in dir
freut sich über dein licht
weint über deine finsternis
aus seinen flügeln rauschen
liebesworte gedichte liebkosungen
er bewacht deinen weg
lenkt deinen schritt engelwärtsRose Ausländer
Nicht vorüber
Was vorüber ist
ist nicht vorüber
Es wächst weiter
in deinen Zellen
ein Baum aus Tränen
oder
vergangenem GlückRose Ausländer
Am Anfang
war das Wort
und das Wort
war bei Gott
Und Gott gab uns
das Wort
und wir wohnten
im Wort
Und das Wort
ist unser Traum
und der Traum
ist unser Leben.
Rose Ausländer
Noch bist du da
Wirf deine Angst
in die Luft
Bald
ist deine Zeit um
bald
wächst der Himmel
unter dem Gras
fallen deine Träume
ins Nirgends
Noch
duftet die Nelke
singt die Drossel
noch darfst du lieben
Worte verschenken
noch bist du da
Sei was du bist
Gib was du hast
Aus: Rose Ausländer:
Im Atemhaus wohnen. Gedichte. Fischer Taschenbuch Verlag. Frankfurt am Main 1981. S. 135
Weiterführende Literatur:
- Ausländer, Rose: Gesammelte Werke in sieben Bänden und einem Nachtragsband.
Herausgegeben von Helmut Braun. S.Fischer Verlag. Frankfurt am Main
- Gnüg, Hiltrud/ Möhrmann, Renate: Frauen, Literatur, Geschichte.
Schreibende Frauen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Suhrkamp Verlag.
Frankfurt am Main 1991 (Zweite Auflage)
- Serke, Jürgen: Frauen schreiben.
Ein neues Kapitel deutschsprachiger Literatur. Fischer Taschenbuch Verlag.
Frankfurt am Main 1982
31. März 1965
Zwischen Träumen und Traumata - Rose Ausländer zieht nach Düsseldorf
1939 erscheint Rose Ausländers erster Gedichtband "Der Regenbogen" im Verlag Literaria in Czernowitz, der Hauptstadt der Bukowina. Hier ist sie als Rose Scherzer 1901 auch geboren worden. (Rose Ausländer selbst gab oft 1907 als Geburtsjahr an.) Fast drei Jahrzehnte sollte es dauern, bevor 1965 ihr zweiter Gedichtband "Blinder Sommer" veröffentlicht wird. 1965 ist auch das Jahr, in dem die große Lyrikerin von Wien nach Düsseldorf zieht. Das erste Mal offiziell gemeldet ist sie in Düsseldorf seit dem 31. März 1995, und zwar im Hausbuch des Hauses Gustav-Poensgen-Straße 9. Im Nelly-Sachs-Haus, einem jüdischen Altersheim, lebt sie später für lange Zeit in einem kleinen Zimmer - krank und ans Bett gefesselt. In Düsseldorf entsteht auch ihr lyrisches Spätwerk. Gezeichnet von Krieg, Ghetto, Verfolgung und Heimatlosigkeit spricht Rose Ausländer mit virtuoser Einfachheit, ausgesucht schlichten Worten und dennoch voller Hoffnung auf Humanität zu ihren Lesern: "zum Menschen/ bekenne ich mich/ mit allen Worten/ die mich erschaffen" schreibt sie in ihrem Gedicht "Ich bekenne mich". Nicht nur die Worte aber erschaffen erst den Menschen Rose Ausländer, sondern sie in ihrer Menschlichkeit erschafft auch die Worte neu. Immer wieder ruft sie ihre poetischen Träume ins Leben, um die Traumata ihrer jüdischen Leidensgeschichte nicht übermächtig werden zu lassen: "Ich/ im Niemandsland/ baue Luftschlösser/ aus Papier". Während der Besetzung Czernowitz' durch die Nazis hatte sie im Kellerversteck lernen müssen, daß angesichts einer unerträglichen Realität nur "die andere Wirklichkeit, die geistige" überleben hilft. Aus solcher Erfahrung hat sich Rose Ausländer ihr eigenes Vokabular er-funden, archaische Urworte und Wortfelder zwischen Äther und Asche, Atem und Tod. Dornen, Haus, Hügel, Milch, Rauch, Rose, Schatten, Schlaf, Stern, Stille, Traum und Urne, das sind nur einige der "Grundworte", mit denen sich Rose Ausländer ihre ganz eigene Heimat im Utopischen, Nichtverortbaren zu guter Letzt doch noch selbst erschaffen hat. Am 3. Januar 1988 stirbt Rose Ausländer 86jährig in Düsseldorf.
Rosa Ausländer (Rosalie Scherzer)
*11.Mai 1907 in Czernowitz/Bukowina, +3.Januar 1988 in Düsseldorf
Stationen u.a.: Wandert als 20jährige mit Ignaz Ausländer nach Minneapolis aus. Wird US-Bürgerin. Verliert diesen Status bei der Rückkehr nach Bukarest bzw. Wien. Studium Philosophie und Literaturwissenschaft. Verfolgung durch die Nationalsozialisten. 1940/41 Verhaftung in der UdSSR. 1946 Emigration über Bukarest in die USA. 1965 Rückkehr nach Deutschland. Freundschaft mit Paul Celan. Sie ist auf dem Jüdischen Friedhof/Nordfriedhof in Düsseldorf begraben.Arbeitsgebiete: Gedicht, Kurzprosa; Übersetzung
Auszeichnungen/Ehrungen/Preise (Auswahl): Ehrenpreis Wagner Coll/Staaten Island/USA (1957). Ehrenpreis der Stadt Meersburg (1965). Silberner Heine-Taler (1966). Droste-Preis (1967). Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim.
Ehrenmitglied des VS (1972), Bodenseeklub (1973), PEN (1967), GEDOK (1970)Veröffentlichungen (Auswahl): Der Regenbogen, Gedichte (1939, Literaria). Blinder Sommer, Gedichte (1965, Bergland). 36 Gerechte, Gedichte (1967, Hoffmann&Campe). Inventar, Gedichte (1972, Hildebrandt). Andere Zeichen, Gedichte (1974, Concept). Ohne Visum, Gedichte und Prosa (1974, Sassafras). Hügel aus Äther unwiderruflich, Gedichte (1984, Fischer). Immer zurück zum Pruth, Gedichte (1989, Fischer). Jeder Tropfen ein Tag (1990, Fischer). Regenwörter, Gedichte (1993, Reclam). Sanduhrschrift, Gedichte (1994, Fischer). Schweigen auf deinen Lippen (1994, Fischer). Schattenwald (1995, Fischer). Treffpunkt der Winde (1995, Fischer). Gedichte (2001, Fischer - Hrsg. Helmut Braun).
home © LYRIKwelt
NZZ, 11. Mai 2001
«Ich wohne nicht, ich lebe»Zum 100. Geburtstag von Rose Ausländer
Ihr Name war kein Pseudonym. Am 19. Oktober 1923 heiratet Rosalia Beatrice «Ruth» Scherzer, geboren am 11. Mai 1901 in Czernowitz/ Bukowina, im Rathaus von Manhattan ihren Jugendfreund Ignaz Ausländer. Das Paar verzichtet auf den jüdischen Ritus. Beide waren anderthalb Jahre zuvor mit dem Auswandererschiff auf Ellis Island, der Immigrantenschleuse im Hafen von New York, gelandet.
Nur auf Drängen der Mutter, die nach dem Tod des Vaters keine Möglichkeit sah, ihre beiden Kinder zu ernähren, war die 19-jährige Rose fortgegangen. Die grüne Bukowina, «rote Melonenmilch / weisse Kukuruzmilch», das «Vierliederland», wird ein Lebensthema bleiben, das durch spätere Not immer wieder hindurchscheint wie ein unverlierbarer Grund von Glück:
Abendruh auf rohen Holzbänken wortkarg die Alten ein Jüngerer zog ukrainische Lieder aus der Harmonika
In New York gab es Verwandte, die helfen sollten; zu Hause schien die Heimat verloren. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich das Klima in Czernowitz radikal geändert: Die Bukowina, unter dem liberalen Kaiser Joseph II. das kulturell blühende österreichische Kronland, war Ende 1918 von rumänischen Truppen besetzt worden. Aus dem multikulturellen Viersprachenland (Rumänisch, Deutsch, Jiddisch, Ruthenisch), in dem auch Polen und Madjaren lebten, sollte ein ethnisch und kulturell gesäuberter rumänischer Nationalstaat werden. (Hier wird am 23. November 1920 der Knabe Paul Antschel geboren, der sich dann Paul Celan nennt. Später im Czernowitzer Ghetto 1944 wird Rose Ausländer, die die amerikanische Moderne kennt, seine erste Lektorin und begeisterte Förderin sein.)
Doppelleben
Zwischen Frühjahr 1921 und September 1939 fährt Rose Ausländer siebenmal über den Atlantik. Sie gibt ihre Ehe auf, weil sie ihre Liebe trifft, und verliert auch die nach wenigen Jahren, weil sie kompromisslos ist (aber noch mit über 80 Jahren schreibt die Greisin Verse auf den einstigen Geliebten). Sie arbeitet als Hilfsredaktorin und Sekretärin, übersetzt und gibt Englischstunden. Sie erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft, die ihr wieder entzogen wird, weil sie nicht bleibt. Sie veröffentlicht Gedichte in amerikanischen und rumänischen Zeitschriften, hat auch einmal eine Kolumne für Lebensberatung: «Frau Ruth gibt Antwort». Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise macht sie eine Ausbildung als Fleischbeschauerin, um in der englisch-rumänischen Fleischfabrik beginnen zu können, in der auch der ehemalige Redaktor Alfred Margul- Sperber als Fremdsprachenkorrespondent untergekommen ist. Sie führt ein Doppelleben.
Offiziell ist sie die Hilfskraft, die kleine Angestellte, die in möblierten Zimmern, in Pensionen, bei Freunden wohnt. Ihr Lebenssinn aber liegt in Bogen von weissem Papier, in Notizbüchern, die sie mit einer exakten Stenographenschrift bedeckt.
Warum schreibe ich? Weil ich, meine Identität suchend, mit mir deutlicher spreche und dem wortlosen Bogen. Er spannt mich. Ich bin gespannt auf die Wörter, die zu mir kommen wollen. Ich rede mit ihnen zu mir, zu dir, rede dir zu, mich anzuhören.
Leben ist Schreiben, Schreiben ist ein Überlebenstrieb. Deshalb sind nicht die Ortswechsel das Entscheidende. Auch nicht der Sprachwechsel: Nach dem Tod der Mutter 1947 wird sie acht Jahre lang auf Englisch schreiben. Danach gelingen ihr stilistisch auf Deutsch der Durchbruch und der Anschluss an die internationale Moderne.
Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, ist sie in Sicherheit in New York; sie folgt aber der Bitte der pflegebedürftigen Mutter und kommt nach Czernowitz zurück. Unter den deutschen Truppen wird das jüdische Viertel von Oktober 1941 bis zur Befreiung 1944 zum Ghetto. Rose Ausländer überlebt die Zwangsarbeit und kann sich vor der Deportation in Kellerverstecken retten. Nach dem Krieg reist sie über Bukarest wieder nach Amerika aus. Sie wird nochmals amerikanische Staatsbürgerin und nimmt eine Sekretärinnenstelle in einer Spedition an. Und die Schaukel Europa - Amerika beginnt von neuem.
Sie lebt mit Koffern; ist zu Hause, wo sie aufbrechen kann, auf dem Sprung nach Worten. Als sie 1957 eine mehrmonatige Europareise plant, kündigt sie ihr New Yorker Zimmer, packt ihre Habe in zwölf Koffer, lässt acht davon in Amsterdam und fährt mit vier Koffern weiter: Paris, Italien, Griechenland, Spanien, Norwegen, Österreich, Schweiz, Paris, Amsterdam.
Reisen Leben zu beschleunigen den Tod aus dem Geleise zu schieben
ins Land jenseits des Jenseits Das Jenseits zu verschieben ins Später ins Späteste
Sie hat den staunenden Blick der Fremden auf das eigene Erleben. So wird sie zur lyrischen Reporterin. Sie schreibt über «24 Stunden» einer Büroangestellten und über das «Altenheim», sie porträtiert Maler- und Schriftstellerfreunde und Stationen ihrer Reisen vom «Jungfernjoch» bis zu den «Niagara Falls». Sie thematisiert «New Yorker Weihnacht» und «Passah». Sie spricht von Todesnot und Todessicherheit. Ihr verschwiegenes Hauptwort ist Liebe.
Blinder Sommer
Als grosse deutsch-jüdische Lyrikerin aber, die neben Else Lasker-Schüler, Nelly Sachs und Gertrud Kolmar steht, wird Rose Ausländer erst im Alter wahrgenommen. Als ihr erster Lyrikband, «Der Regenbogen», 1939 in Czernowitz erscheint, hat er im nationalsozialistischen Deutschland schon keine Chance mehr. Ihr zweiter Band, «Blinder Sommer», kommt erst 26 Jahre später in Wien heraus. Die Auflage liegt bei 500 Stück, davon werden 100 über den Buchhandel verkauft. Erst nach dem Droste-Preis, den die Stadt Meersburg der 66-Jährigen verleiht, wird ein breiteres Publikum auf sie aufmerksam.
Rose Ausländer hat sich 1965 in einer Düsseldorfer Pension niedergelassen, wo sie sich allerdings kaum aufhält: «Ich wohne nicht, ich lebe.» Bei einem Kuraufenthalt in Bad Nauheim bricht sie sich den Schenkelhalsknochen, wird pflegebedürftig und muss im Dezember 1972 in das Nelly-Sachs-Haus, das Alten- und Pflegeheim der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, ziehen. Sie geniesst den späten Ruhm, aber er lenkt sie auch vom Schreiben ab.
Elf Jahre vor ihrem Tod verlässt sie zu einer letzten Lesung das Haus. Danach erklärt sie sich - wider ärztlichen Verstand - für bettlägrig. Sie will die Zeit, die ihr noch bleibt, nutzen. Während seiner Freitagsbesuche diktiert sie Helmut Braun, ihrem engagierten Herausgeber und Nachlassverwalter, was sie an Fragmenten in Kürzelschrift notiert hat. Der lässt es tippen, bringt es wieder. Sie arbeitet um.
Im Februar 1985 empfängt sie für eine Stunde ihren letzten Besuch; es ist Ilse Aichinger. Sie beendet ihren Gedichtband «Ich spiele noch» und arbeitet im Juli 1986 in einem «Akt ruhiger Raserei» 120 Gedichte für die Taschenbuchausgabe «Der Traum / hat offene Augen» um. Danach erklärt sie, dass derlei sie nicht mehr interessiere. Rose Ausländer stirbt in der Frühe des 3. Januar 1988.
Angelika Overath
Rose Ausländer: Gedichte. Hrsg. Helmut Braun. S.-Fischer- Verlag, Frankfurt am Main 2001. 383 S., Fr. 28.-.
Helmut Braun: «Ich bin fünftausend Jahre jung». Zur Biographie von Rose Ausländer. Radius-Verlag, Stuttgart 1999. 219 S., Fr. 35.-.
Es bleibt noch viel zu sagen. Rose Ausländer liest eigene Gedichte. CD. Rose-Ausländer-Stiftung, Köln 1998, Fr. 28.-.
Frau der Woche: Rose Ausländer
geboren 11. Mai 1901 in Czernowitz/Bukowina gestorben 3. Januar 1988 in Düsseldorf östr.-rumän.-amer.-dt. Dichterin
100. Geburtstag am 11. Mai 2001
In der Bukowina kam Rose Ausländer, geb. Rosalie Beatrice Ruth Scherzer, zur Welt. Der Vater Sigmund stammte aus der streng orthodoxen, von Chassidismus und Mystik des Ostjudentums geprägten Stadt Sadagora, bekannte sich aber zum Freidenkertum und wurde Prokurist in einer Import-Export Firma in der Hauptstadt Czernowitz, wo er seine Braut Etie Rifke Binder kennenlernte. Rose wuchs in einem weltoffenem, liberal-jüdischen, auch kaisertreuen Elternhaus auf, in dem jedoch die wichtigsten Regeln der jüdischen Tradition bewahrt wurden. Zudem gab es in dieser "ehemals östlichsten Provinz deutsch-österreichischer Kultur" (Kurt Rein) eine fast 200jährige deutsche Sprach- und Literaturtradition. Ruth studierte 1919/1920 Literaturwissenschaft und Philosophie an der Universität Czernowitz und wanderte 1921 mit ihrem Studienfreund Ignaz Ausländer in die USA aus. Das Paar heiratete 1923 und trennte sich Ende 1926. 1930 kam die Scheidung. Rose Ausländer erhielt die amerikanische Staatsbürgerschaft, die ihr jedoch 1934 wegen dreijähriger Abwesenheit aus den USA wieder aberkannt wurde. In Amerika publizierte sie ihre ersten Gedichte und arbeitete u.a. als Redakteurin, Sekretärin und Bankangestellte. 1931 nach Czernowitz zurückgekehrt, um die erkrankte Mutter zu pflegen, war sie in ihrer Heimatstadt als Lyrikerin, Journalistin, Übersetzerin und Englischlehrerin tätig. Ihr erster Gedichtband Der Regenbogen erschien 1939 in Czernowitz.
1941 bis 1944 hielten die Nazis die Stadt besetzt. Rose Ausländer gelang es, im Ghetto zu überleben. Sie mußte Zwangsarbeit leisten und versteckte sich zeitweise in einem Keller. Die Lyrikerin übersiedelte 1946 nach New York, wo sie Gedichte in deutscher und englischer Sprache veröffentlichte. Das erste Buch nach dem Krieg, Blinder Sommer, erschien 1965 in Wien. Rose Ausländer übersiedelte 1965 in die Bundesrepublik, reiste viel und lebte von 1970 bis 1988 im Nelly-Sachs-Haus, dem Altenheim der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf. Die letzten zehn Jahre ihres Lebens war sie bettlägerig. Sie veröffentlichte mehr als zwanzig Gedichtbände, u.a. Hügel aus Äther unwiderruflich, Im Aschenregen die Spur deines Namens, Mutterland/Einverständnis; aus dem Nachlaß wurde Jeder Tropfen ein Tag zusammengestellt.
Ausländer erhielt gegen Ende ihres Lebens Preise und Auszeichnungen. Die Rose-Ausländer-Gesellschaft und das Rose-Ausländer-Dokumentationszentrum in Uxheim/Eifel fördern die neuere Forschung. Seit Mitte der 80er Jahre wurden einige ihrer Gedichte von Willy Giefer, Brunhilde Sonntag, Elizabeth Alexander und Marius Flothuis für Frauenstimme(n) und Klavier gesetzt.
Zitate:
"Roses Sprachgefühl wurzelt in [der] Erfahrung der Grenzbewohner (...), die (...) inmitten des Fremdartigen ein reflektiertes Verhältnis zum Wort entwickeln und sich bewußt einer Sprachheimat zuordnen." (Cilly Helfrich).
Mutterland
Mein Vaterland ist tot
sie haben es begraben
im Feuer
Ich lebe
in meinem Mutterland
Wort(Rose Ausländer)
Autorin: Barbara Hyams
Quelle: http://www.fembio.org/frauen-biographie/rose-auslaender.shtml
Hier die Aussschreibung unseres Abends in Steffisburg. Wer weiss, vielleicht will ja sonst irgend jemand auch so einen Abend veranstalten.
Ein Abend mit Texten
von Rose Ausländer
Improvisationen in Bewegung, Wort und Musik
Dienstag, 20. November 2001, 20 Uhr
Dorfkirche Steffisburg
Beim Anlass zum 100. Geburtsjahr
von Rose Ausländer wirken mit:
Beate Schlichenmaier: Violine
Chrigu Gerber: Violoncello
Andreas Liebi: Bewegung
Renate v. Ballmoos: Wort
Kollekte zur Deckung der Unkosten.
Veranstalter: Kirchgemeinde Steffisburg, M. Gasser, Tel. 033 437 32 35
__________________________________________________________________
"Glasscherben ... dem Regenbogen zum Ruhm." Rose Ausländer
In diesem Jahr (2001) können wir das 100. Geburtsjahr von Rose Ausländer feiern. Sie ist eine der ganz grossen Dichterinnen deutscher Sprache des 20. Jahrhunderts.
Rose Ausländer, geb. Scherzer, wuchs in der Bukowina (damals in Oesterreich-Ungarn, heute Rumänien) auf, emigrierte als junge Frau aus Armut in die USA, kehrte 1931 nach Czernowitz zurück und überlebte dort als Jüdin den 2. Weltkrieg im Ghetto.
Nach dem Krieg ging Rose Ausländer wieder in die USA und kehrte erst 1965 nach Europa zurück. Ab 1965 lebte sie in Düsseldorf, wo sie 1988 starb.
Kindheitserinnerungen, die ersten Erfahrungen in den USA, die mystische Einheitslehre des Philosophen Constantin Brunner, ihr Leben und Leiden als Jüdin, die grosse aber letztlich unerwiderte Liebe zu Helios Hecht, haben ihr Leben geprägt.
Während ihres ganzen Lebens verarbeitete und spiegelte Rose Ausländer ihre Gefühle, Gedanken, Begegnungen und Erlebnisse im dichterischen Wort.
__________________________________________________________________
Interessante Links zu Rose Ausländer:
http://ursulahomann.de/RoseAuslaender/
http://mitglied.lycos.de/missyspage/roseauslaender.htm
http://www.rose-auslaender-stiftung.org/